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Normale Version: China - Eine Supermacht
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als Ergänzung: mein Link im Post vom 4.3.23 enthielt u.a. folgende Passage:

Blockade der Berufungskammer

2016 blockierte die Obama-Regierung über einen Zeitraum von sechs Monaten die Neubesetzung eines Richterpostens der Berufungskammer, um ihrer Unzufriedenheit mit vorausgehenden Ent­scheidungen eines Mitglieds des Gremiums Ausdruck zu verleihen. Die EU kritisierte diesen Schritt als »beispiellos« und sah im Verhalten der USA eine ernste Bedrohung für die Un­abhängigkeit und Unparteilichkeit der Beru­fungskammer. Andere Mitglieder teil­ten die Kritik der EU.

(07.03.2023, 19:05)jf2 schrieb: [ -> ]Wie jetzt? China ist böse weil ich zu wenig Links verwende? Bist Du bissel durcheinander? Außerdem ging meine Frage bezüglich der Argumentation an Dich, nicht an mich, kommt da nun noch was?


Was Obama angeht: https://www.deutschlandfunk.de/welthande...o-100.html

OK, da steht aber nichts zu China. Also es stimmt, Obama hat schon zuvor die Ernennung blockiert, aber damit wurde die WTO noch nicht stillgelegt. Und vor allem hat Obama das nicht aus grundsätzlicher Ablehnung gegenüber der WTO gemacht, sondern weil die USA sich zunehmend über unfaire Praktiken Chinas beschwerte und es nicht zu Verbesserungen kam. Schon allein dass China immer noch den Status eines Entwicklungslandes genießt ist, aber gleichzeitig zur größten Volkswirtschaft der Welt avanciert, ist schon ein bisschen verrückt. Aus Sicht der USA müsste man China viel härter wegen unfreier Wirtschaftspraktiken bestrafen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass allen voran die deutsche Industrie nicht nur ungerne beide Augen zudrückt. Für mich sieht das eher so aus: China möchte nur eingeschränkt freie Marktbedingungen herstellen. Europa und insb. Deutschland gefällt das zwar nicht, aber ihr Nutzen ist groß genug um nicht konsequent dagegen vorgehen zu wollen. Und die USA als Land mit einem Handelsdefizit leiden am meisten. Das hat erst zu Gegenmaßnahmen und unter Trump zum Bruch geführt. 

Zitat:Schleppende Umsetzung der WTO-Regeln

Aufgrund der Beitrittsregelungen ist China seit Ende des Jahres 2016 in der WTO als Marktwirtschaft zu behandeln. Dennoch wurde die weitverbreitete Erwartung, dass sich das Land tatsächlich in eine offene und hauptsächlich marktbasierte Volkswirtschaft entwickelt, nicht erfüllt. Die chinesische Regierung versteht es, die Spielräume der WTO-Regeln für sich zu nutzen und tut oft nur das Minimum, um Verpflichtungen nachzukommen (etwa bei der Meldung handelspolitischer Maßnahmen wie neuer Subventionen) oder um Verhandlungen voranzubringen. So hat das Land auch noch kein akzeptables Angebot für den Beitritt zum Government Procurement Agreement (GPA) vorgelegt, obwohl es dies bereits mit der Aufnahme in die WTO vor rund 19 Jahren zugesagt hatte. Außerdem nimmt der Staat, anders als zugesagt, übermäßig Einfluss auf die Wirtschaftsaktivitäten – und das inzwischen wieder im zunehmenden Maße (z.B. Preiskontrollen, Beihilfen, Justizbeeinflussung und Management von Marktätigkeiten von Staatsunternehmen und von Marktanteilen).
...

China: Stütze des Multilateralismus?

In der öffentlichen Debatte über die Modernisierung der WTO präsentiert sich China gerne als Stütze des Multilateralismus und Land der Öffnungspolitik. Dabei schiebt die Regierung die Verantwortung für die derzeitige WTO-Krise einseitig auf die USA. Tatsächlich wurde die Position Chinas im September durch eine WTO-Entscheidung gestärkt. Ein Expertengremium beurteilte die Strafzölle der USA als einen Verstoß gegen die WTO-Regeln. Doch auch dies kann nicht von grundsätzlichen Problemen ablenken: China gilt zum einen in der WTO als Entwicklungsland, womit viele Ausnahmen von den WTO-Regeln verbunden sind. Peking weist die Forderung, diesen Status aufzugeben, vehement zurück.

Dieser undifferenzierte Status erscheint aber immer weniger gerechtfertigt für ein Land, das ein Militärbudget von offiziell rund 180 Milliarden US-Dollar unterhält, im Rahmen der Belt-and-Road-Initiative global 1 Billion US-Dollar in Infrastrukturprojekte investieren möchte und im Zuge des industriepolitischen Plans “Made in China 2025” weltweit in Technologieunternehmen investiert beziehungsweise im eigenen Land Schlüsselindustrien im dreistelligen Milliardenbereich subventioniert. Zum anderen lehnt das Land auch Vorschläge für mehr Transparenz (etwa Sanktionierung bei Verletzung von Notifikationspflichten) oder auch klare Regeln für den Umgang mit Staatsunternehmen in der WTO ab.


https://english.bdi.eu/article/news/china-in-der-wto/
Aus Sicht von China stehen die nichtmal am Anfang zur Schwelle als Industrienation, von daher macht diese Definition auch Sinn.
Da geht noch was.

Schauen wir nach Südkorea:

Zitat:Die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) hat Südkorea als Industrieland eingestuft. Die entsprechende Entscheidung fällte die UNCTAD am 2. Juli, während der 68. Vorstandssitzung ihres Handels- und Entwicklungsrats in Genf.

Es ist das erste Mal seit der Gründung des Gremiums 1964, dass ein Mitgliedsland aus der Gruppe der Entwicklungsländer aufsteigen konnte.

Das war im Jahre 2021.
Da lag das BIP pro Kopf bei 35.000$ (China 12.500$) und das durchschnittliche Einkommen ist in Südkorea auch etwa um Faktor 3 höher als in China.

Es ist also eher eine zögerliche Ausnahme das ein Schwellenland den Sprung zur Industrienation macht. Keine Ahnung warum man gerade bei China so darauf herum reitet, wenn es nicht darum Vorteile zu beschneiden.

China hat die letzten Jahre mehr Wirtschaftshilfe an andere Länder vergeben als selbst empfangen.
(07.03.2023, 21:52)Vahana schrieb: [ -> ]Aus Sicht von China stehen die nichtmal am Anfang zur Schwelle als Industrienation, von daher macht diese Definition auch Sinn.
Da geht noch was.

Es ist also eher eine zögerliche Ausnahme das ein Schwellenland den Sprung zur Industrienation macht. Keine Ahnung warum man gerade bei China so darauf herum reitet, wenn es nicht darum Vorteile zu beschneiden.

Doch es geht darum Privilegien/Vorteile zu beschneiden. China ist nun mal durch seine Größe und Wirtschaftsstärke anders zu behandeln. Wenn China mit seinem Handelsungleichgewicht (also Exportüberschuss) anderen Länder wirtschaftlich in die Enge treiben kann und treibt, ist es legitim für China die gleichen Regeln wie für alle anderen (auf diesem Level) zu fordern.

Deutschland als Exportland kann damit umgehen. Und das dürfte auch ein Grund sein, untätig zu sein. Wenn man aber dafür die USA aus der WTO verliert, muss man irgendwann seine Prioritäten überdenken. Bzw. hätte seine Prioritäten überdenken müssen, nun isses ja passiert.
Also haben die Chinesen jetzt einfach Pech gehabt das sie so viele sind und sich den Kuchen halt besser aufteilen müssen?

Deren Exporte sind unsere Importe.
Wir können ja auch einfach aufhören deren Waren zu bestellen und mal selbst wieder eine eigene Industrie anvisieren.
Will aber auch wieder keiner weil die Waren aus Entwicklungsländern einfach zu billig sind.
Ups.

Ein Schwellenland was zum Industrieland wird muss per Definition schon irgendwann Überschüsse generieren.
(07.03.2023, 22:39)Vahana schrieb: [ -> ]Also haben die Chinesen jetzt einfach Pech gehabt das sie so viele sind und sich den Kuchen halt besser aufteilen müssen?

Deren Exporte sind unsere Importe.
Wir können ja auch einfach aufhören deren Waren zu bestellen und mal selbst wieder eine eigene Industrie anvisieren.
Will aber auch wieder keiner weil die Waren aus Entwicklungsländern einfach zu billig sind.
Ups.

Ein Schwellenland was zum Industrieland wird muss per Definition schon irgendwann Überschüsse generieren.

Nein, wir haben Pech gehabt, dass die Chinesen die Umsetzung der WTO-Regeln vermeiden. Erst waren die USA die Geschädigten, deshalb haben sie sich zurück gezogen, nun sind wir die Geschädigten wie man am Inflation Reduction Act sieht. Wir sind wegen China mit der regelbasierten Wirtschaftsordnung (vorerst) gescheitert. Nach der USA, werden wir werden den Preis zahlen.
Wir sind doch diejenigen die die Regeln geschrieben haben.
Wenn diese Definition so wichtig für uns ist dann sollte es vernünftig quantifiziert werden ab wann eine Hochstufung erfolgt.

Im Moment ist es "nach Dunst und Meinung". Sollen doch klare Grenzen definiert werden, oder hat man Angst das die falschen Staaten aufsteigen?

Warum sollen die Chinesen darunter leiden wenn wir zu blöd sind?

Für mich sehen die Daten auf die Personen heruntergerechnet nicht nach einem Industriestaat aus.
In Südkorea sah es lange Zeit nach Industriestaat aus bis überhaupt mal was diskutiert wurde.
(07.03.2023, 21:00)saphir schrieb: [ -> ]OK, da steht aber nichts zu China. Also es stimmt, Obama hat schon zuvor die Ernennung blockiert, aber damit wurde die WTO noch nicht stillgelegt. Und vor allem hat Obama das nicht aus grundsätzlicher Ablehnung gegenüber der WTO gemacht, sondern weil die USA sich zunehmend über unfaire Praktiken Chinas beschwerte und es nicht zu Verbesserungen kam.

Und wie ist es denn bei Biden? Auch wieder die Argumentation: Wir als größte Wirtschaftsmacht auf Erden können uns diesem aggressiven Entwicklungsland nicht erwehren? 

(07.03.2023, 21:00)saphir schrieb: [ -> ]Schon allein dass China immer noch den Status eines Entwicklungslandes genießt ist, aber gleichzeitig zur größten Volkswirtschaft der Welt avanciert, ist schon ein bisschen verrückt.

Das hat auch nicht zufällig damit zu tun das Du im Vergleich die Bevölkerungsgröße völlig ignorierst? (*Großer Zwinkersmiley*)? Schau dich doch mal auf https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_...t_pro_Kopf um, da siehst Du das China 2021 auf Platz 64 der Länder gerankt nach BIP/Kopf liegt (Kaufkraftbereinigt Platz 77).

(07.03.2023, 21:00)saphir schrieb: [ -> ]Aus Sicht der USA müsste man China viel härter wegen unfreier Wirtschaftspraktiken bestrafen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass allen voran die deutsche Industrie nicht nur ungerne beide Augen zudrückt. Für mich sieht das eher so aus: China möchte nur eingeschränkt freie Marktbedingungen herstellen. Europa und insb. Deutschland gefällt das zwar nicht, aber ihr Nutzen ist groß genug um nicht konsequent dagegen vorgehen zu wollen. Und die USA als Land mit einem Handelsdefizit leiden am meisten. Das hat erst zu Gegenmaßnahmen und unter Trump zum Bruch geführt. 

Schon geil wie Du dir die imperiale Sicht der USA zu eigen machst (Formulierung "Aus Sicht der USA müßte man"). Was man müßte wäre aufhören die internationale Rechtsordnung zu zerstören auf die man sich alle 3 Meter Beruft ("regelbasierte Ordnung"), dann könnte mit der WTO auch eine unabhängige Stelle über Konflikte entscheiden. Aber Recht und Ordnung wollen die USA ja nicht, sie machen sich selbst zum Opfer und rechtfertigen damit ihre willkürlichen Sanktionen. Und Du bist ein Fanboy dieses Imperialismus, schäm Dich  Sarcblink
(07.03.2023, 22:46)saphir schrieb: [ -> ]Nein, wir haben Pech gehabt, dass die Chinesen die Umsetzung der WTO-Regeln vermeiden. Erst waren die USA die Geschädigten, deshalb haben sie sich zurück gezogen, nun sind wir die Geschädigten wie man am Inflation Reduction Act sieht. Wir sind wegen China mit der regelbasierten Wirtschaftsordnung (vorerst) gescheitert. Nach der USA, werden wir werden den Preis zahlen.

Link bitte über die Umsetzung der WTO-Regeln durch China.

Und vielleicht mal bemerken das der Inflation Reduction Act ein amerikanisches Gesetz ist und kein Chinesisches. Du bist ja völlig verblendet  Bang

Und bitte nochmal darüber reflektieren das die USA die regelbasierende Ordnung der WTO außer Kraft setzen, nicht China.
(07.03.2023, 22:28)saphir schrieb: [ -> ]Doch es geht darum Privilegien/Vorteile zu beschneiden. China ist nun mal durch seine Größe und Wirtschaftsstärke anders zu behandeln. Wenn China mit seinem Handelsungleichgewicht (also Exportüberschuss) anderen Länder wirtschaftlich in die Enge treiben kann und treibt, ist es legitim für China die gleichen Regeln wie für alle anderen (auf diesem Level) zu fordern.

Deutschland als Exportland kann damit umgehen. Und das dürfte auch ein Grund sein, untätig zu sein. Wenn man aber dafür die USA aus der WTO verliert, muss man irgendwann seine Prioritäten überdenken. Bzw. hätte seine Prioritäten überdenken müssen, nun isses ja passiert.

Da ist sie wieder, die saphirische Doppelmoral. China treibt andere Länder in die Enge aber Deutschland als Exportland kann damit umgehen andere Länder in die Enge zu treiben. Das ist doch einfach nur noch wiederliche Imperialisten-Scheiß den Du hier verbreitest. Und dann ist Deutschland Schuld das die USA die regelbasierte Ordnung (in Form der WTO) zerstört. Gehts noch? Merkst Du überhaupt noch was Du hier ständig schreibst?