Trading-Stocks.de

Normale Version: Wunsch nach Kaufkursen? Sind da. Und nun?
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.

DalaiLamer

Ich habe mir jetzt mal aus Neugier die Mühe gemacht und den kompletten Thread mal zumindest überflogen... Im Nachhinein teils schon recht lustig was man so geschrieben hat, und die Kurse waren teils echt sensationell (CAT gekauft für unter $100 - das waren noch Zeiten Biggrin ).

Meine Strategie war einfach die Watchlist rauf und runter zu kaufen, ich habe zwischen Anfang März und Ende April 2020 mit Hilfe eines Kredits und Ersparnissen im Endeffekt zwei Jahressparraten ins Depot gepumpt und es hat sich gottseidank auch gelohnt. Dadurch kam ich in meiner Planung bis zu meiner Rente natürlich auch einen ordentlichen Sprung nach vorne. Angst zu kaufen hatte ich nicht wirklich, weil ich nie davon ausging das es wirklich schlimm wird. Ich hatte fest darauf vertraut das die Regierungen dieser Welt soviel Geld locker machen, dass man sich die Erholung schlicht erkauft - und damit hatte ich auch recht. Auch wenn ich nie damit gerechnet hätte das es so schnell gehen würde. Was diese riesigen neuen Schulden für unsere Zukunft oder die unserer Kinder bedeuten, will ich mir aber nicht unbedingt vorstellen.

Ich zahle nun normal den Kredit ab, und schiebe auch weiterhin Geld ins Depot wie vorher auch schon. Aktuell kaufen macht für mich nur in Ausnahmefällen Sinn, ich finde einfach fast alles zu teuer (wahrscheinlich der Bias, da vor einem Jahr alles noch die Hälfte gekostet hat Wink ).

Es ging also alles gut - hätte auch anders laufen können. Unser Leben wie wir es kannten haben wir aber auch heute noch nicht zurück. Ich sitze nun seit 13 Monaten fast durchgehend im Home-Office, die Kids sind seit einem Jahr fast ebenfalls durchgehend zuhause. Hat Vorteile und Nachteile, aber irgendwie ist es ja schon einfach Gewohnheit. Nichtsdestotrotz nagt die Situation an meiner Motivation weiter zu investieren und mich um mein Depot zu bemühen. Schon komisch, mein Depot steht voll im Saft, mein Net-Worth ist so hoch wie noch nie - aber es interessiert mich nicht wirklich. Ich fürchte zugegeben was durch die Corona Misswirtschaft da noch so alles auf uns zukommen mag. Spätestens die wohl kommende Schwarz-Grüne Regierung ab Herbst wird dieses Land dann wahrscheinlich endgültig an die Wand fahren. Das Parteiprogramm der Grünen läßt mich zumindest erschaudern.

Heute vor 12 Monaten war irgendwie eine geile Zeit - ich hatte Jahre drauf gewartet und endlich war der Knall da. Ich habe es ausgekostet und glücklicherweise ging alles gut. Aktuell bin ich lediglich auf der Suche nach meinem alten Spaß am Investieren und meiner Motivation mich wieder um mein Depot zu kümmern, daher bin ich derzeit auch nicht so oft hier. Aber ich hoffe das wird auch wieder Smile 

Beste Grüße

muchmoney

(07.04.2021, 21:21)cubanpete schrieb: [ -> ]Es fühlte sich zwar lausig an temporär so viel Geld zu verlieren, aber ich wusste immer genau was zu tun ist. Und das werde ich auch beim nächsten Mal wissen, das beruhigt ungemein.

Du hast es doch nicht "verloren", sondern nur Dein Depotwert ist gesunken... Wirklich verloren haben diejenigen welche falsch spekuliert haben und schließen mussten. Redface
Du "hockst" doch nur auf Deinen Papieren, da is ein Auf und Ab normal... Nur das Ausmaß war halt eine andere Dimension Wink
(09.04.2021, 19:12)DalaiLamer schrieb: [ -> ]Ich habe mir jetzt mal aus Neugier die Mühe gemacht und den kompletten Thread mal zumindest überflogen... Im Nachhinein teils schon recht lustig was man so geschrieben hat, und die Kurse waren teils echt sensationell (CAT gekauft für unter $100 - das waren noch Zeiten Biggrin ).

Meine Strategie war einfach die Watchlist rauf und runter zu kaufen, ich habe zwischen Anfang März und Ende April 2020 mit Hilfe eines Kredits und Ersparnissen im Endeffekt zwei Jahressparraten ins Depot gepumpt und es hat sich gottseidank auch gelohnt. Dadurch kam ich in meiner Planung bis zu meiner Rente natürlich auch einen ordentlichen Sprung nach vorne. Angst zu kaufen hatte ich nicht wirklich, weil ich nie davon ausging das es wirklich schlimm wird. Ich hatte fest darauf vertraut das die Regierungen dieser Welt soviel Geld locker machen, dass man sich die Erholung schlicht erkauft - und damit hatte ich auch recht. Auch wenn ich nie damit gerechnet hätte das es so schnell gehen würde. Was diese riesigen neuen Schulden für unsere Zukunft oder die unserer Kinder bedeuten, will ich mir aber nicht unbedingt vorstellen.

Ich zahle nun normal den Kredit ab, und schiebe auch weiterhin Geld ins Depot wie vorher auch schon. Aktuell kaufen macht für mich nur in Ausnahmefällen Sinn, ich finde einfach fast alles zu teuer (wahrscheinlich der Bias, da vor einem Jahr alles noch die Hälfte gekostet hat Wink ).

Es ging also alles gut - hätte auch anders laufen können. Unser Leben wie wir es kannten haben wir aber auch heute noch nicht zurück. Ich sitze nun seit 13 Monaten fast durchgehend im Home-Office, die Kids sind seit einem Jahr fast ebenfalls durchgehend zuhause. Hat Vorteile und Nachteile, aber irgendwie ist es ja schon einfach Gewohnheit. Nichtsdestotrotz nagt die Situation an meiner Motivation weiter zu investieren und mich um mein Depot zu bemühen. Schon komisch, mein Depot steht voll im Saft, mein Net-Worth ist so hoch wie noch nie - aber es interessiert mich nicht wirklich. Ich fürchte zugegeben was durch die Corona Misswirtschaft da noch so alles auf uns zukommen mag. Spätestens die wohl kommende Schwarz-Grüne Regierung ab Herbst wird dieses Land dann wahrscheinlich endgültig an die Wand fahren. Das Parteiprogramm der Grünen läßt mich zumindest erschaudern.

Heute vor 12 Monaten war irgendwie eine geile Zeit - ich hatte Jahre drauf gewartet und endlich war der Knall da. Ich habe es ausgekostet und glücklicherweise ging alles gut. Aktuell bin ich lediglich auf der Suche nach meinem alten Spaß am Investieren und meiner Motivation mich wieder um mein Depot zu kümmern, daher bin ich derzeit auch nicht so oft hier. Aber ich hoffe das wird auch wieder Smile 

Beste Grüße

Am Ende des Tages hatte ich:
A) viel Glück
B) war trotzdem zu risikoavers

Zu A) ich war direkt vor der Krise beim Rebalancing ein bisschen schludirig/diskretionär. Ich hatte viel Equity verkauft, weil mein Portfolio in den High Vol Regime gewechselt ist (das tut es häufiger. Das hat natürlich NICHT den Covid-Crash vorhergesehen). Und ich hatte damals noch die VIX Absicherung (die ich jetzt nicht mehr habe). Ich hatte zuerst Geld in VIX und Bonds gepackt um da auf die High-Vol Gewichtung zu kommen. Aber Equity noch nicht nachgekauft, weil ich auch noch einen anderen Nasdaq ETF haben wollte, den ich erst aussuchen musste. Dann die Eltern besuchen gewesen, keine Zeit gehabt..etc. 

Also war mein Portfolio zum Zeitpunkt des Crashs in Cash, VIX und Bonds stark über-gewichtet. Deutlich von meinen Zielgewichtungen entfernt. Ich rede hier echt von ein paar Tagen da hätte ich das wieder angepasst gehabt. Ich habe also au reinem Zufall einen dicken Batzen Cash in einer absolut kleinen, aber zu diesem Zeitpunkt relativ großen,  VIX Position gemacht. Mein Cash dann im Low Vol Modus recht stark in Equity geschoben. Teilweise habe ich da in fallende Kurse eingekauft.  Mit vile Glück den Mark ziemlich gut getimed. Ganz ohne Absicht.


B) Ich habe den Aufschwung dann mit einer großen Equity Position mitgenommen und auch neues Cash in mein Portfolio investiert gehabt. Trotzdem ist das aber natürlich weniger als gehebelt alles auf den SP500 zu setzen. 
Und dann im September 20% meiner "nicht Lebensreserve" Cash Position in ETH investiert  Rolleyes.  

Auch meine Side Bets wie Crude Oil ÉTFs recht optimal einzukaufen habe ich mit nur sehr kleinen Positionen liegen lassen.  Palantir lief auch gut. Aber alles nur Kleinkram. 

Am Ende des Tages hat es mit Dusel besser funktioniert als im Back Test. GErade ETH war jetzt  echt nicht als Investment gedacht, das sich verfünfachen soll, ich wollte da nur teile meines chashes drin ablegen. 

Aber selbst wenn ich mich strikt an die Regeln gehalten hätte wäre es ok gelaufen. Wenn ich mich strikt an die Regeln gehalten hätte und neues cash investiert hätte, wie ich es ja tatsächlich getan habe, wäre es sehr gut gelaufen. So ist es jetzt halt absurd gut gelaufen. 

Wenn man Bock hat sich selbst zu verarschen, kann man sich einreden das man das schon toll gemacht hat. Oder man ist ehrlich und sagt: das es so gut gelaufen ist, war reines Dusel. Ich bin deshalb auch nicht "Traurig" das ich da "mehr" hätte rausholen können. 2020 war mein mit Abstand erfolgreichstes Börsenjahr. Die Idee meines Portfolios ist aber eigentlich einstellige Renditen zu erzielen und fast nie Geld zu verlieren.  Aber nehm ich natürlich mit.

Edit: ich habe zu keinem Zeitpunkt Leverage/Fremdkapital eingesetzt.
(17.04.2021, 13:52)Lancelot schrieb: [ -> ]...

Wenn man Bock hat sich selbst zu verarschen, kann man sich einreden das man das schon toll gemacht hat. Oder man ist ehrlich und sagt: das es so gut gelaufen ist, war reines Dusel. Ich bin deshalb auch nicht "Traurig" das ich da "mehr" hätte rausholen können. 2020 war mein mit Abstand erfolgreichstes Börsenjahr. Die Idee meines Portfolios ist aber eigentlich einstellige Renditen zu erzielen und fast nie Geld zu verlieren.  Aber nehm ich natürlich mit.

Edit: ich habe zu keinem Zeitpunkt Leverage/Fremdkapital eingesetzt.

Das Problem nennt sich glaube ich Resulting. Wenn das Leben so einfach wäre dass man an jedem Gewinn und Verlust selber schuld wäre so könnte man aus seinen Resultaten die Handlungsweise beurteilen. Wir könnten daraus lernen. Wir beurteilen unsere Handlungsweise auf Grund des Resultats, aber unsere Welt ist ein Chaos und wenn wir sehr sehr gut sind können wir vielleicht Wahrscheinlichkeiten abschätzen. Und dann immer noch relativ viele schlechte Resultate einfahren. Jedesmal wenn das passiert ist die Gefahr sehr gross dass wir korrekte Handelsweisen ändern.

Fuck resulting! Ist wohl der gefährlichste Bias an der Börse (und im Leben) überhaupt!

Da es Zufall gibt und unser Leben für eine objektive Bewertung der meisten Situationen viel zu kurz ist funktioniert das nicht. Man muss also Logik heranziehen und die korrekte Handelsweise beibehalten auch wenn sie mal nicht funktioniert. Und die inkorrekte sein lassen auch wenn es funktionieren würde.

Das macht kein Mensch der über ein "normales" Hirn verfügt, ausser vielleicht ein paar wenige die ohne Glück reich wurden.

Ich habe Fremdkapital eingesetzt, war Teil meiner Strategie. Hat geklappt, würde ich aber auch wieder machen wenn es nicht geklappt hätte. Dann allerdings gezwungenermassen mit etwas weniger Geld...  Wonder
(17.04.2021, 14:13)cubanpete schrieb: [ -> ]Ich habe Fremdkapital eingesetzt, war Teil meiner Strategie. Hat geklappt, würde ich aber auch wieder machen wenn es nicht geklappt hätte. Dann allerdings gezwungenermassen mit etwas weniger Geld...  Wonder

Spricht nichts gegen Fremdkapital. Leverage ist in der richtigen Situation ein wichtiges Werkzeug. 

Meine Anlagestrategie ist ja nur baseline.
So Leute, ich habe diesen alten thread hervor gekramt, könnte bald wieder aktuell werden vom Thema her...ich hoffe ihr habt alle noch ein wenig cash zur Hand, geht ja aber auch gerade erst los imho. Inflation, Ukraine, Zinserhöhungen, Corona in China und Saisonales wie der Mai.

Ich halte es mit dem Cubaner, ab 20% vom top wird es interessant.

Meine Watchlisten sind gepflegt, reicht von Aristokraten zu non-payer tech stocks.
Ich weis nicht wie die Leute in Krisenzeiten auf ein mal plötzlich ganz viel Zaster auftreiben können und billig kaufen können. Bei mir ist es eher so dass in solchen Zeiten die Karre verreckt und ähnliches....

Naja, ich bin momentan voll Investiert und werde wohl einfach wenn bisschen Geld da ist Stur neue (abgestürzte) Werte kaufen oder stocke alte Positionen weiter auf.
Nasdaq future -5,3% bei über 100% volume...autsch
(26.04.2022, 22:52)BaLü schrieb: [ -> ]Ich weis nicht wie die Leute in Krisenzeiten auf ein mal plötzlich ganz viel Zaster auftreiben können und billig kaufen können. Bei mir ist es eher so dass in solchen Zeiten die Karre verreckt und ähnliches....

Naja, ich bin momentan voll Investiert und werde wohl einfach wenn bisschen Geld da ist Stur neue (abgestürzte) Werte kaufen oder stocke alte Positionen weiter auf.

Lombardkredit in meinem Fall...no risk no fun.
Habe trockenes Pulver!
Ich warte schon ein ganzes Weilchen auf den Abschwung, die "Kapitulation", vielleicht kommt sie jetzt ja. Nobody is perfect, bei ein paar Werten habe ich definitiv zu früh zugegriffen....
Bin short Dax, und Tesla, dafür war gestern ein guter Tag. Lombardkredit wäre mir persönlich zu riskant.

Interessantes Interview mit Peterffy gestern abend bei CNBC. Er meinte geht nochmals 10-20% runter. Und er hat Angst vor einem russischen taktischen Atomschlag ("Putin kann es isch nicht erlauben als Verlierer dazustehen").