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Normale Version: Inflationsthread ab 2021
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Hatte Hayek doch recht?*

es gibt einen langfristigen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation, so lernt man es schon in der Schule. Das Preisniveau wird durch Leitzinsen gesteuert. so weit so gut, aber jetzt gibt es eine neue Studie

https://www.cesifo.org/DocDL/cesifo1_wp9625.pdf

Zitat:Revisiting the Great Ratios Hypothesis
The idea that certain economic variables are roughly constant in the long-run is an old one. Kaldor
described them as stylized facts**, whereas Klein and Kosobud labelled them great ratios.
While
such ratios are widely adopted in theoretical models in economics as conditions for balanced
growth, arbitrage or solvency, the empirical literature has tended to find little evidence for them...

Im Gegensatz zur Annahme vieler Ökonomen zeigt diese wissenschaftliche Untersuchung, dass es zwischen Geldmenge und Inflation keinen stabilen Zusammenhang gibt; er fehlt nicht nur zeitweise, sondern langfristig. Ein mathematischer Denkansatz mit Monte-Carlo-Simulationen, "econometric tests" von 17 Lämderm über 147 Jahre, heavy stuff.



* Hayek lehnte die Geldmengensteuerung durch Zentralbanken ab, ihm war auch nicht verständlich, wie ein staatskritischer Liberaler vom Kaliber Friedmans eine staatliche Institution wie eine Zentralbank mit der Sicherung des Geldwerts beauftragen wollte

** das Problem bei "stylized facts" ist, dass man wirtschaftswissenschaftliche Hypothesen nie isoliert betrachten kann
(08.06.2022, 06:02)J R schrieb: [ -> ]Im Gegensatz zur Annahme vieler Ökonomen zeigt diese wissenschaftliche Untersuchung, dass es zwischen Geldmenge und Inflation keinen stabilen Zusammenhang gibt; er fehlt nicht nur zeitweise, sondern langfristig. Ein mathematischer Denkansatz mit Monte-Carlo-Simulationen, "econometric tests" von 17 Lämderm über 147 Jahre, heavy stuff.



* Hayek lehnte die Geldmengensteuerung durch Zentralbanken ab, ihm war auch nicht verständlich, wie ein staatskritischer Liberaler vom Kaliber Friedmans eine staatliche Institution wie eine Zentralbank mit der Sicherung des Geldwerts beauftragen wollte

** das Problem bei "stylized facts" ist, dass man wirtschaftswissenschaftliche Hypothesen nie isoliert betrachten kann

Es ist im Grunde ja auch nur eine sehr sehr grobe Annäherung. So wie wenn man sagen würde, je mehr Öl sich in einem Motor befindet, desto besser die Schmierung. Was natürlich, wenn überhaupt nur bei Ölknappheit eine Rolle spielt, also nur wenn zu wenig Öl im Motor ist, wird es mit der Schmierung problematisch.

Ich glaube dass die "Staatssteuerung" mittels Zinsen relativ gut funktionierte, hatte bestimmte Ursachen wie:
- zu knappes Geld führt zu Entlassungen bzw. Einstellungsstop und damit zu Lohndämpfung
- was dann auch zu Konsumverzicht führt
- oder auch zu Reorganisationen um Arbeitskraft durch Automatisation zu ersetzen
- oder irgendwie sonstige Ausgabenoptimierungen

Nun kann sehr viel Geld aber auch zu Investitionen in sehr gute neue Technologien führen, die dann effizienter sind. Oder etwa zu Eigentum, mit dem es sich dann günstiger wirtschaften lässt, als mit Fremdeigentum.
(08.06.2022, 06:02)J R schrieb: [ -> ]Hatte Hayek doch recht?*

es gibt einen langfristigen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation, so lernt man es schon in der Schule. Das Preisniveau wird durch Leitzinsen gesteuert. so weit so gut, aber jetzt gibt es eine neue Studie

https://www.cesifo.org/DocDL/cesifo1_wp9625.pdf

Steht in dem PDF was von Geldumlaufgeschwindigkeit? Kann das PFD leider nicht lesen aber ohne Betrachtung der Umlaufgeschwindigkeit macht die Betrachtung der Geldmenge nur begrenzt Sinn.
Hamburger bei Mc Donalds 1,69 (letzte Mal als ich da war 1,19 oder 1,00 weiss nicht mehr)
Backofenpommes (mein Grundnahrungsmittel) 1,39 statt 0,99, meiste Zeit gar nicht da, gut ich gehe nur abends einkaufen
Billigste Toast 0,89 (statt 0,59)
Qualitätsprodukte gefühlt +100-200% ohne genau hingesehen zu haben.
Bananen halten sich, ist wichtig... Meine Frau isst jeden Tag 6 bis 7 Stück. Sie war auch eine der ersten vor 40 Jahren, die sich vegan ernährte und wurde für verrückt erklärt, wie so manche, die sich um Gesundheit kümmern. Da haben die gewichtigen Personen temporär immer die Weisheit gepachtet. Andersdenkende leben heute gefährlich, damals wurde man wenigstens nur belächelt.
Flüge in die D.R.. ca. +40-50%, schwankt aber schlimmer als Börse, also eher schwierig zu sagen; aber dass ein Billigflieger wie Eurowings für One-way über 1000 Euro haben möchte, wundert mich dann doch. Vor drei Jahren bin ich für 250€ geflogen.
Irgendwie ist vieles außer Rand und Band. Energie wollen wir in D nicht, Verzicht ist Trumpf, auch wenn die Wirtschaft drauf geht. In Talkshows wird im Kreis über Themen geredet und Aussagen getätigt, da hätte man vor Jahren sich dermaßen an den Kopf gepackt und heute ist es wohl Erziehung, was man im Verein, im Büro der sonstwo zu sagen hat, damit man nicht ausgegrenzt mit allen weiteren finanziellen und sozialen Konsequenzen wird. "Wohlstand für alle" ist passé, Gürtel enger schnallen, Verzichten, Geld abgeben für "das Gute" (sprich dem Säckel der Funktionäre fast wie im Mittelalter oder einem perfekt organisierten Sozialismus) sind die heutigen Parolen eines Wirtschaftsministers. Wie viele Jobs hängen inzwischen am Verwaltungsapparat? Verstehe es, wer will, einige haben dafür Theorien, die ich so nicht teile, aber im Ergebnis kommt es leider hin.
Inflation mit Aktien auszugleichen schwer unter sozialistischen Strukturen, daher mit Dax unmöglich, in den USA ggf. einzige Chance, vielleicht China, aber da Land böse ist da immer das Damoklesschwert der Enteignung von der einen oder anderen Seite. 
Aber allein die Tatsache, dass man einem jungen Menschen empfehlen muss, sein Geld im Ausland anzulegen, um eine Chance auf Kaufkrafterhaltung zu haben, müsste jeder normalen Person hier zu denken geben. Ist aber leider nicht so, das Geld kommt vom Staat, also ist doch alles gut und wo die Inflation besonders hoch ist, da müssen halt Hilfspakete vom Staat hin, so einfach ist das. Bang
Gestern erstaunt gesehen beim Edeka: Kaffee Dallmaier 7,99 pro Pfund! Mövenpick auch fast so viel.
Ich kaufe immer Schweiter Schümli, der war eigentlich immer teuerer - ist momentan günstiger! Warten wir bis zum nächsten Sonderangebot, danach wird er über den anderen liegen!
rohstoffe haben in den letztes wochen schön verloren. bald gibt es dann deflation
die rohstoffe haben kräftig verloren in den letzten tagen. bald sehen wir dann wieder deflation.

[Bild: FXSor_sXgAEhcry?format=png&name=900x900]

wenn dann noch der Bullwhip Effekt durchschlägt (siehe WalMart) mit den vollen Lagern. Gibts zu Weihnachten schöne preisnachlässe.
Wer gewinnt und wer verliert eigentlich bei Inflation?

Gewinnen tun die Staaten und die Firmen, verlieren tun die Arbeitnehmer und Rentner sagt die NZZ. Diese Gewinne sind leistungslos und machen wenig Sinn.

https://www.nzz.ch/meinung/die-profiteur...ld.1693596

Ich habe schon lange aufgehört nach einem Sinn zu suchen in der Interventions Wut der Politiker. Wir sind im Loch also graben wir weiter...  Bang
(24.07.2022, 22:29)cubanpete schrieb: [ -> ]Wer gewinnt und wer verliert eigentlich bei Inflation?

Gewinnen tun die Staaten und die Firmen, verlieren tun die Arbeitnehmer und Rentner sagt die NZZ. Diese Gewinne sind leistungslos und machen wenig Sinn.

https://www.nzz.ch/meinung/die-profiteur...ld.1693596

Ich schätze ja die NZZ, aber im Artikel will der Autor Glauben schenken, dass fast alle! Firmen locker die Preise weitergeben können und dann auch noch überproportional gewinnen.
Jetzt suchen seit Monaten alle potentiellen Anleger nach den paar Firmen, die die "Preissetzungsmacht" haben, erhöhte Preise an die Kunden weitergeben zu können, ohne sie zu vergraulen und gleichzeitig die Kosten im Griff haben und jetzt sagt man uns, fast alle Firmen könnten das... . Halte ich für Quatsch, die Aktienkurse (eben fast alle außer Energie, Gesundheit und Basiskonsumgüter) sprechen auch eine andere Sprache, siehe z.B. auch BASF (gut, D., auf wenig Energie kommen viele Grüne, eh Sonderfall) etc..

Übrigens, zum Kaffee: Manchmal Mövenpick, Gilles und Melitta sowie Jakobs fast immer für ca. 4,44 € bis 4,78€ bei Lidl im Angebot.
Die besten Unternehmen, die die Preise weitergeben können in Deutschland (Lidl, Aldi, DM/Rossmann) leider nicht an der Börse notiert. Bei den Dax-Werten würde ich sagen, profitieren eher die Arbeitnehmer, nicht die Aktionäre auf lange Sicht.
Diese Woche gibt es ja viele Berichte, wir werden also sehen welche Firmen die Preise mit Zuschlag weitergeben können und welche nicht.

Der Artikel macht für mich Sinn. Jahrelang hat es Geld geregnet und die Konsumenten wollten oder konnten es nicht ausgeben. Jetzt gibt es Engpässe und die Firmen haben grosse Preismacht. Alle Firmen die den Gewinn stärker steigern als den Umsatz können die gestiegenen Preise mit einem Aufschlag weitergeben.