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Erneuerbare Energien - Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff
Notiz 

RE: Erneuerbare Energien - Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff

100 neue Projekte für Geothermie


09.12.2022 16:00 | Veröffentlicht in Ausgabe 08-2022 | Druckvorschau

Das Bundeswirtschaftsministerium will einen Turbo bei der Wärmeversorgung über Geothermie zünden: Bis 2030 sollen mindestens 100 zusätzliche geothermische Projekte angestoßen werden. Das Ziel: Bis zu diesem Zeitpunkt ein geothermisches Potenzial von 10 TWh so weit wie möglich zu erschließen und die derzeitige Einspeisung in Wärmenetze damit zu verzehnfachen. Ein entsprechendes Eckpunktepapier hat das Ministerium jetzt vorgelegt.

https://www.erneuerbareenergien.de/nachr...geothermie

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Kinder wollen nicht wie Fässer gefüllt, sondern wie Fackeln entzündet werden.
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RE: Erneuerbare Energien - Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff

(31.12.2022, 10:26)saphir schrieb: 100 neue Projekte für Geothermie

Ach Gott ja......

Vor vielen, vielen Jahren dachte ich mal, die Geothermie sei die Lösung aller Lösungen....
Überall auf der Welt verfügbar, für Strom- und Wärmeerzeugung gleichermaßen nutzbar, wetterunabhängig und grundlastfähig bei vergleichsweise geringem Landschaftsverbrauch....

Aber ganz so einfach war es dann doch nicht, denn es fehlte der wirtschaftliche Aspekt. Dort, wo die Erdwärme an die Oberfläche tritt (bekanntestes Beispiel in Europa ist Island) lässt sich so etwas hervorragend machen - wer weiß, vielleicht wird Island einmal das Zentrum energieintensiver Schwerindustrie werden, beim Aluminium haben sie ja bereits ordentlich vorgelegt...

Im Jahr 2021 produzierte Island insgesamt 0,9 Millionen Tonnen Aluminium. Damit gehört Island zu den größten Aluminiumproduzenten weltweit.
https://de.statista.com/statistik/daten/...in-island/

Aber in D...vielleicht Oberrheingraben, sonst schaut es schlecht aus.
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RE: Erneuerbare Energien - Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff

(31.12.2022, 11:58)Speculatius schrieb: Aber in D...vielleicht Oberrheingraben, sonst schaut es schlecht aus.

Warum ? Kannst das mal begründen....erschließt sich mir nicht so recht.

Du kannst doch Gebäude via Erdwärme bspw. schon supergut heizen und im Sommer sogar kühlen.

Warum meinst, das das in DE ein Problem ist.

Die Größe fehlt natürlich, ich denke das du das meinst - das ist wieder etwas sehr kleinteiliges wie die EE,
aber gehen tut das schon - Problem ist nur, man muss auch hier einfach mal anfangen Smile

Grade weil es so kleinteilig ist, ist doch je früher, je besser....
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RE: Erneuerbare Energien - Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff

(31.12.2022, 12:04)fahri schrieb: Warum ? Kannst das mal begründen....erschließt sich mir nicht so recht.

Ich dachte stets an die Tiefenwärme >400 Meter, die ja in Island z.B. keine "Tiefenwärme" in dem Sinne ist.... Smile
Also alles, was großtechnisch nutzbar ist für Schwerindustrie, Stromerzeugung etc.
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RE: Erneuerbare Energien - Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff

(31.12.2022, 11:58)Speculatius schrieb: Ach Gott ja......

Vor vielen, vielen Jahren dachte ich mal, die Geothermie sei die Lösung aller Lösungen....


Aber ganz so einfach war es dann doch nicht, denn es fehlte der wirtschaftliche Aspekt.
Aber in D...vielleicht Oberrheingraben, sonst schaut es schlecht aus.

Das hätte ich auch gerne mit Daten unterlegt.

Aber "die Lösung aller Lösungen" gibt es leider nicht. Fast Nirgends, im Energiebereich auch nicht, leider. Ist aber auch nicht nötig, die Energiequellen ergänzen sich ja auch.

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RE: Erneuerbare Energien - Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff

(31.12.2022, 12:26)saphir schrieb: Das hätte ich auch gerne mit Daten unterlegt.


[Bild: 60651292_7.png]

Also wirtschaftlich nutzbar sind nur die orangenen und roten Regionen - also für euch Schwaben - und das Forum hier besteht ja praktisch nur aus Schweizern und Schwaben - alles toll, aber der Rest des Landes.....

RE: Erneuerbare Energien - Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff

#501
Oh man, wie die jetzt wirklich jede nicht funktionierende Alternativ einzeln abklappern müssen...

#506
Das ist noch viel zu optimistisch gedacht, fürchte ich. Du musst die Wärme ja erst mal von unter der Erde hochkriegen.
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RE: Erneuerbare Energien - Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff

(31.12.2022, 10:26)saphir schrieb: 100 neue Projekte für Geothermie


09.12.2022 16:00 | Veröffentlicht in Ausgabe 08-2022 | Druckvorschau

Das Bundeswirtschaftsministerium will einen Turbo bei der Wärmeversorgung über Geothermie zünden: Bis 2030 sollen mindestens 100 zusätzliche geothermische Projekte angestoßen werden. Das Ziel: Bis zu diesem Zeitpunkt ein geothermisches Potenzial von 10 TWh so weit wie möglich zu erschließen und die derzeitige Einspeisung in Wärmenetze damit zu verzehnfachen. Ein entsprechendes Eckpunktepapier hat das Ministerium jetzt vorgelegt.

https://www.erneuerbareenergien.de/nachr...geothermie

Und um diese Jubelmeldung in die richtige Relation zu setzen:

Der gesamte Wärmebedarf in D beträgt 1.300 TWh/a
Und hier sollen 10 (in Worten: ZEHN) TWh/a bis zum Jahre 2030 erschlossen werden, also weniger als ein Hundertstel des Wärmebedarfs.
Und das ist nur der Wärmebedarf, von Strom ist noch gar nicht die Rede.

Ein im wahrsten Sinne des Wortes Tröpfchen auf den heißen Felsenstein in der Tiefe.
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RE: Erneuerbare Energien - Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff

(31.12.2022, 12:44)Speculatius schrieb: [Bild: 60651292_7.png]

Also wirtschaftlich nutzbar sind nur die orangenen und roten Regionen - also für euch Schwaben - und das Forum hier besteht ja praktisch nur aus Schweizern und Schwaben - alles toll, aber der Rest des Landes.....

Danke. Die Karte stimmt glaube ich. Mittlerweile ist man aber optimistischer. Z.B. kennt man heutezutage die Risiken besser und kann z.B. Anheben der Böden vermeiden (kam durch Kalk in der Erde, welches in Verbindung mit Wasser zu Gips wurde und sich großflächig ausdehnte).

Eine Studie kam vom Fraunhofer und Helmholtz-Institut: https://www.ieg.fraunhofer.de/content/da...022022.pdf
und der Kommentar dazu: https://www.deutschlandfunk.de/geothermi...l-100.html

Zitat:Wie wirtschaftlich könnte die tiefe Geothermie sein?
Was die Wirtschaftlichkeit der Geothermie betrifft, stimmen die Erfahrungen mit den bisherigen Anlagen recht optimistisch: Hier liegen die Erzeugungskosten bei 2,5-3 Cent/kWh, also in der Größenordnung der fossilen Energien. Doch da die Geothermie nun so zügig ausgebaut werden soll, stehen allein in den kommenden zehn Jahren hohe Investitionen an, geschätzte 50 bis 60 Milliarden Euro. Um das zu schaffen, sollte der Bund die Geothermie künftig mit deutlich über einer Milliarde Euro pro Jahr fördern, so die Empfehlung des Gutachtens.

Ich würde mir sogar überlegen, ob man die Investitionskosten nicht komplett raus rechnet. Sollte die Technologie über Jahrhunderte nutzbar sein, marginalisiert sich das.

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RE: Erneuerbare Energien - Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff

(31.12.2022, 12:58)Skeptiker schrieb: #501
Oh man, wie die jetzt wirklich jede nicht funktionierende Alternativ einzeln abklappern müssen...

#506
Das ist noch viel zu optimistisch gedacht, fürchte ich. Du musst die Wärme ja erst mal von unter der Erde hochkriegen.


Bei der Kernfusion wird man ja auch nicht müde. Es gab hier auch eine Zeit, bei der man die E-Mobilität als unmöglich abschrieb, da Bleibatterien ja viel zu schwer seien. Und dann wieder später da Lithiumakkus ja viel zu schnell abbauen. Bis Musk kam und die Zellen gekühlt hat. Also das vorzeitige Abschreiben hat gerade hier in Deutschland Tradition.



Ich verstehe auch nicht so ganz, warum. Woher diese Grundhaltung kommt und was man sich davon verspricht.



Ein erheblicher Grund warum sich die Betrachtung geändert hat, scheint zu sein (aus der Studie):

Zitat:Niedertemperatur-Wärmenetze
Niedertemperatur-Wärmenetze (NT-Netze) – auch kalte
Netze – bei Temperaturen zwischen 15 °C und 60 °C können
die Wärmeversorgung wesentlich effizienter betreiben als
konventionelle Wärmenetze und erleichtern zudem die Ein-
bindung von erneuerbaren Energiequellen. In Deutschland
finden NT-Netze bislang zu wenig Anwendung. Sie stellen
jedoch eine wichtige Option für die Wohnungswirtschaft
dar. Bei der Bereitstellung von NT-Netzen können erheb-
lich wirtschaftlichere Nah- und Fernwärmeleitungsinfra-
strukturen errichtet werden als bei Netzen mit höheren
Betriebstemperaturen.


NT-Netze haben weniger Verluste, da weniger Temperaturdifferential zur Umgebung. Genutzt werden kann ich mir vorstellen, entweder über Fussbodenheizung die mit weniger Temperatur auskommt oder per Wärmepumpe die die z.B. 50° auf 75° "hochtransformiert".



Oder

Zitat:Low-Ex Netze
Eine Erweiterung der NT-Netze ist die Entwicklung von
Niedrig-Exergie-Wärmenetzen, sogenannte Low-Ex-Netze.
Diese erlauben es Konsumenten gleichzeitig Verbraucher und
Erzeuger von Wärme und Kälte zu sein (Prosumer). Die Netze
können unterschiedliche Nutzer mit deren bedarfsgerechter
Temperatur versorgen, aber ggfs. weitere dezentrale Wärme-
erzeuger einbinden, wie zum Beispiel über Solarthermie, Geo-
thermie, Abwärme oder Prozesswärme3
2.


oder

Zitat:Nahrungsmittelerzeugung und -verarbeitung
Die industrielle Produktion von Blumen, Obst und Gemüse in
Gewächshäusern bedarf großer Wärmemengen für Heizzwe-
cke auf einem relativ niedrigen Temperaturniveau von 20 bis
40 °C. In diesem Segment hat sich im vergangenen Jahrzehnt
insbesondere in den Niederlanden eine sehr erfolgreiche Indus-
trie entwickelt, die ihre Wärmeversorgung von fossilen Quellen
auf Geothermie umgestellt hat.

Auch die Lebensmittelindustrie hat einen hohen Wärme-
bedarf. Die Bereiche Milchverarbeitung, Brauwesen, Fleischver-
arbeitung, Teigherstellung und Bäckerei verbrauchen die Hälfte
der Energie aller Lebensmittelbetriebe. In der Herstellung und
Verarbeitung von Lebensmitteln wird Wärme im geother-
mischen Temperaturfenster in verschiedensten Produktions-
schritten benötigt. Beispielhaft genannt seien die Aufgaben:
Waschen, Trocknen, Erhitzen, Garen, Pasteurisieren, Sterilisie-
ren, Konservieren, Destillieren sowie Hygiene.
Die Industrie in Deutschland hat einen
Grundbedarf an Niedertemperaturprozess-
wärme im geothermischen Fenster bis 200 °C.
Geeignete thermodynamische Wandler
kombiniert mit geothermalen Reservoiren
könnten ungefähr ein Viertel des industriellen
Nutzwärmebedarfs von 500 bis 600 PJ decken.


Wir hinken also schon wieder ein wenig hinterher, weil andere einfach einen oder mehrere Schritte weiter denken. Man muss nicht so schnell aufgeben, nur weil sich das Naheliegende nicht sofort als praktikable Lösung präsentiert.

Man hat es hier recht schnell für große Lösungen abgehakt, weil der Output oft nicht sofort einfach genutzt genutzt werden konnte.

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