(25.10.2022, 10:49)Ste Fan schrieb: Der Punkt ist halt dass es jetzt den Krieg gibt...und letzten Endes von NATO Seite ein Stellvertreterkrieg in der Ukraine gegen Russland.
Das mag ja sein.
Die Frage, die du dir stellen solltest, ist aber, was ein Sieg Russlands bedeuten würde. Wären die absehbaren Konsequenzen dieses Sieges für dich wünschenswerter als die eines Sieges der westlichen Allianz oder eines Verhandlungsfriedens?
Bedenke auch, selbst wenn die Ukraine im Rahmen eines Abnutzungskrieges am Ende Teile des eigenen Territoriums abgibt, könnte das eine Botschaft an Dritte sein.
Ste Fan schrieb:Uebrigens bombt ja gerade auch Israel in Damaskus rum - who cares?
Das ist schwach.
(25.10.2022, 12:10)Lolo schrieb: Natürlich handelt es sich hier um einen Stellvertreterkrieg der beiden Großmächte USA und Russland. Nato, EU, Deutschland...alles nur Beiwerk.
Wenn du dir schon ein "großes Bild" verschaffen willst, dann solltest du doch auch ein wenig weiterdenken als bis zum moralischen Narrativ:
Was passiert bei einem Sieg Russlands? Wird Russland dann weiter nach Westen wollen?
Welche Botschaft sendet der Westen mit seiner Unterstützung grade an die Menschen in Taiwan und die Machthaber in Peking?
(26.10.2022, 08:43)fahri schrieb: Das ist ein Kampf der Demokratien gegen die Autokraten dieser Welt und das ist gut so. Wir, auch Deutschland, nehmen
selbstverständlich an diesem Krieg teil. Wir sind Kriegspartei. Waren wir aber auch schon ohne Lieferung von Waffen vom ersten
Tag an, weil wir als Demokratie das ZIEL waren.....
Das ist wieder der moralische Frame: Demokratie gegen die Autoritarismen.
Was wäre aber, wenn der Sieg Russlands in diesen Konflikt sogar zu einer Schwächung der autoritären Kräfte führen würde, indirekt?
Das wissen wir nicht.
fahri schrieb:Ich schrieb das ja schon mal, das größte Problem unserer Zeit ist ja
genau, das wir uns auf keine gemeinsame "Realität" einigen können.
Früher hatten wir die Bibel und die haben wir gegen vage Geschichten über Fortschritt ausgetauscht.

#79
Putin scheint aus heutiger Sicht vor allen Dingen als Anhänger einer Art "nationalistischen Ideologie", weniger als analytischer Stratege.
Man sollte aber nicht vergessen, dass Putin selbst nachweislich verschiedene Propaganda-Narrative bedient hat, je nach Adressatenkreis.
Deshalb scheint die Einschätzung, dass es Putin nicht um Ideologie geht, sondern er einer ein rationaler Machtpolitiker ist, nicht völlig abwägig.
Nur hätte man eben einen rationalen Machtpolitiker diesen Krieg nicht zugetraut. Nicht aus ethischen Gründen, aus reinem Selbstschutz.
#85
Zitat fahri: "Ich denke das das Problem ist, das es Menschen gibt, die auf eine bestimmte Lebensweise auf diesem Planeten leben wollen,
in diesem Fall die Regierungsform der Demokratie" (zitatende)
In dieser Sichtweise geht es am Ende aber doch wieder um eine Art "Glaubenskrieg für, bzw. gegen die Demokratie".
#88
So eine Form der Außen- oder Geopolitik gibt es in Deutschland aus verschiedenen Gründen nicht.