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Normale Version: Anleihen zur Depotmischung langsam wieder interessant ?
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Moin zusammen,

ob der Zinsentwicklung der letzten Monate hab ich mich mal mit dem Thema Anleihen
etwas näher beschäftigt. Gleich vorweg - habe diese noch nie als wirkliche Beimischung
oder zur Absicherung meines Depots genutzt. 

Mittlerweile hat das Depot aber eine Größe angenommen, bei der ich schon durchaus auch
interessiert bin mal links und rechts zu schauen um für etwaige zu erwartende Crashs an der Börse
dann doch ein wenig "sicherer" zu werden.

Ich habe mir mal das Beispiel bayrischen Landesbank rausgesucht und stell das hier mal zur Diskussion, ob ich
das überhaupt in der Gänze so richtig einordne:

Das ist natürlich erstmal eine Nachranganleihe. Im Fall einer Insolvenz ist man so ziemlich der Letzte, der noch was bekommt...

Die Zahlen sind natürlich insgesamt aber ok:


https://www.comdirect.de/inf/anleihen/de...=304060312

Du bekommst hier bis Ende 2036 Jährlich 3,85 % Zinsen auf den Nennwert. Musst aber aktuell nur 72,22 % bezahlen. 

Bekommst dann bei 1000 € Nennwert 38,5 € Zinsen , musst aber nur 722 € hinlegen. 

Sind dann im ersten Jahr 5,3 %. Auszahlung ist am Ende der Laufzeit 100 %. Das heißt du bekommst jedes Jahr die Zinsen und am Ende 1000 € wieder ausgezahlt. Das zusammen bringt dann die Rendite von gut 7%.

So schlecht ist das ja als Beimischung zum reinen Aktiendepot auf den ersten Blick nicht. 


Bleibt das Risiko, kann die bayrische LB pleite gehen? Unwahrscheinlich, klar, aber haben wir bei der Landesbank und Hamburgische LB auch gedacht...ich hab mir auch mal das Rating angeschaut...ist wie erwartet ein bbb bis bbb-  Rating.

Wie geht ihr insgesamt an das Thema ran ? Tages- und oder Festgeld ist für mich kein Thema oder nur für Gelder, die ich ohnehin auf
einem Konto parken muss, bspw. fürs Finanzamt, eiserne Reserver für Unvorhergesehenes usw.

Ist da einer aktiv unterwegs und hat noch ein paar Tips, Ergänzungen oder sogar konkrete Empfehlungen von Unternehmen, Staaten usw...die man
sich mal anschauen kann ?
Lang, lang ist's her, noch zu Zeiten der "alten" Bundesrepublik, also vor der Wiedervereinigung, daß ich Landesbanken als "unpleitbar" einstufte. Das hat sich - nicht erst seit Subprime, aber da natürlich besonders - gründlich geändert. "If you can't sell it, sell it to the Landesbank", war ja zu dieser Zeit der gängige Joke um den ganzen wertlosen Schrott zu Höchstpreisen an eben diese abzudrücken, die sich dann dran verschluckt haben.  Icon15

Und von denen soll ich jetzt noch Nachrang-Anleihen kaufen?  Eek
Da käme bei mir irgendwie so bißchen Wirecard-Feeling auf. Tja, wer's mag....ich gehöre nicht dazu.
@fahri

Danke für den Hinweis. Zurzeit ist mir ein Wertpapierkredit zur Finanzierung meines Aktienhandels zu riskant, da ich nur Aktien im Depot habe. Bei einer Sicherung mit Anleihen, mit kurzer Laufzeit, fällt dann nur eine kleine Zinsdifferenz an. Bzw. ich erziele eine Basisverzinsung bei nicht Inanspruchnahme des Kredits.
Vergiss Anleihen.

Wichtig für die Risikobetrachtung ist nicht der Nominalzins, sondern die Rendite.
In diesem Fall 7,130 % und daran lässt sich dann auch ablesen wie hoch der Markt das Risiko einer Pleite einpreist.

Im Finanzsektor ist ein BBB Rating schon ziemlich schlecht.
Auf Deutsch übersetzt heißt das "Wenn Ereignisse passieren die negativ für das Geschäftsmodell sind, ist eine Pleite möglich."

Wenn die Zinsen steigen sinkt der Wert der Anleihe noch weiter.
Falls die Inflation deine Real-Rendite frisst sind Anleihenzinsen in die hohle Hand geschissen. Woher wissen wir denn heute was 2030-2036 für eine Inflation herrscht?

Der einzige Grund sowas zu kaufen ist es, auf sinkende Leitzinsen zu wetten und dann den Wertzuwachs von der Anleihe abgreifen.
Ich habe mir das auch schon überlegt, dann aber Kurzläufer. Die Zinskurve ist ja invertiert. US 2J Treasuries bei 5% !
Rechnen wird mal mit realistischem Werten. Da würde ich zuerst das Währungsrisiko ausschließen. Ebenso das Kursrisiko, d.h. Kurzläufer mit 2jähriger Laufzeit. Die bringen 3,8% Rendite. Für die Überziehungszinsen fallen Staffelzinsen von 5,5 bis 11% an. Bei einer durch schnittlichen Inanspruchnahme der Dispo von 35% neutralisiert sich der Aufwand.
(08.07.2023, 07:46)rienneva schrieb: [ -> ]Ich habe mir das auch schon überlegt, dann aber Kurzläufer.

Nope.
Je länger die Anleihe läuft, umso höher sind die Ausschläge im Anleihenkurs wegen Zinsänderungen.
Genau das hat der SVB auch das Genick gebrochen weil die viele langlaufende Anleihen hatten. Dadurch sind die Werte massiv eingebrochen.
Bei kurzlaufende Anleihen wäre es kein Problem gewesen.
@ alle

Danke für das Feedback und die Einschätzung.

Es ist also keiner so wirklich in dem Thema unterwegs und plant das auch nicht Biggrin

@ EMEUV

es geht nicht um eine Inanspruchnahme eines Dispos, es soll ein Gegenpol sein, wie das früher
ja üblich war um die Risiken im Aktienmarkt abzufedern, die Einnahmen "sicherer" zu machen.
Auch hier geht nur Geld rein, was a) vorhanden ist und b) auf lange Sicht nicht gebraucht wird im
worst case.

Ich beschäftige mich mal weiter damit, ein Ausfallrisiko ist natürlich auch vorhanden, aber deutlich
überschaubarer als das bei reinen Aktien der Fall wäre, und wenn es da mal richtig kracht, wäre
ein Teil des Gesamtdepots halt einfach von der Einnahmenseite her etwas sicherer.

Klar geht das auf Kosten der Rentabilität, aber ich bin auch nicht mehr drauf angewiesen das alles
zu 100% zu optimieren, sondern brauche weiterhin was wo ich a) gut schlafen kann und b) nicht hyperaktiv
5 mal die Woche schauen und kontrollieren muss ob noch alles auf dem Weg ist. Kostet zu viel kostbare Lebenszeit.
(09.07.2023, 08:37)fahri schrieb: [ -> ]@ alle

Danke für das Feedback und die Einschätzung.

Es ist also keiner so wirklich in dem Thema unterwegs und plant das auch nicht Biggrin

@ EMEUV

es geht nicht um eine Inanspruchnahme eines Dispos, es soll ein Gegenpol sein, wie das früher
ja üblich war um die Risiken im Aktienmarkt abzufedern, die Einnahmen "sicherer" zu machen.
Auch hier geht nur Geld rein, was a) vorhanden ist und b) auf lange Sicht nicht gebraucht wird im
worst case.

Ich beschäftige mich mal weiter damit, ein Ausfallrisiko ist natürlich auch vorhanden, aber deutlich
überschaubarer als das bei reinen Aktien der Fall wäre, und wenn es da mal richtig kracht, wäre
ein Teil des Gesamtdepots halt einfach von der Einnahmenseite her etwas sicherer.

Klar geht das auf Kosten der Rentabilität, aber ich bin auch nicht mehr drauf angewiesen das alles
zu 100% zu optimieren, sondern brauche weiterhin was wo ich a) gut schlafen kann und b) nicht hyperaktiv
5 mal die Woche schauen und kontrollieren muss ob noch alles auf dem Weg ist. Kostet zu viel kostbare Lebenszeit.
Natürlich nütze ich Anleihen zur Portfolio Beimischung. 

Halt nur nicht viel. Ich habe einen Teil meiner Anlage in einer Vermögensverwaltung. Und da habe ich eine große Allokation in Bonds vorgegeben. In meinem ETF Portfolio kommt das nicht vor.

Ich halte ein paar Einzelheiten(Palantir , Nvidia) und ein paar Corporate Bonds mit Spielgeld. Amzn und Toyota zum Beispiel. Aber ich berechne da keine Duration, Währungsrisiken oder Convexity oder sowas. Stumpfes Gezocke. Einmal die Yield Curve hoch und runter 😀

Leute die Anleihen grundsätzlich ignorieren haben ein zu kurzes Gedächtnis oder eine sehr klare Vorstellung von ihrem Risikoprofil. Und außer cuban gibt's da hier nicht zu viele von.
(09.07.2023, 16:23)Lancelot schrieb: [ -> ]Leute die Anleihen grundsätzlich ignorieren haben ein zu kurzes Gedächtnis...

Wie meinst du das?
Abzüglich weniger kurzer Phasen hat es sich während meiner Lebzeit noch nie gelohnt eher in Anleihen als in Aktien zu gehen.
Aber vielleicht stimmt auch was mit meinem Gedächtnis nicht.

Der Aktienmarkt ist mit wenigen kleinen Ausnahmen ein fast perfektes System. Kein Grund seiner großen Liebe fremd zu gehen.
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