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Normale Version: StockBayer´s Options Lab
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Hab letztens das Thema Optionshandel wieder aufgegriffen.

Die Idee war, Iron Condors auf liquide US-Bluechips zu handeln und zwar mit nur noch 2 Wochen Restlaufzeit. Hintergedanke war das Ausnutzen des rapiden Zeitwertverfalls in den letzten beiden Wochen kurz vor Expiration.

Habe zwei Verfallstage gehandelt, den 15NOV und den 29NOV.

Folgende Transaktionen:

15NOV:
Code:
2x AAPL   235/240/260/265 IC      -131,13
10x APA     21/22/27/28 IC         +182,20
2x FB     180/185/200/205 IC      +143,67
10x UBER    22/24/31/33 IC         +352,19
--------------------------------------------
P/L:                               +549,93

29NOV:
Code:
2x AMZN 1690/1695/1805/1810 IC    +196,99
10x JNJ   127/128/135/136 IC       -433,14* (IC & als Rettungsversuch 10x +C 137)
10x MO     44/45/48/49 IC          + 75,10
5x MSFT  142/144/150/152 IC       - 51,17**
10x PG    114/115/122/123 IC       -312,21
5x SBUX   79/81/86/88 IC          +174,45
3x V     170/175/185/190 IC       +279,51
2x WMT   107/112/126/131 IC       + 99,08
---------------------------------------------
P/L:                               + 28,61 

*) JNJ stand am 29.11. bei knapp über 137, daher wurde ich wie folgt ausgeübt:
-10x100 JNJ 135 (wg. -C 135 aus dem IC)
+10x100 JNJ 136 (wg. +C 136 aus dem IC, Zwangsausübung)
+10x100 JNJ 137 (wg. +c 137 aus dem Rettungsversuch, Zwangsausübung)
=> aktuell +167,76 aus der Long-Stock-Position die zu den -433,14 dazugezählt werden müssten.

**) MSFT stand am 29.11. bei >151$, daher wurde ich wie folgt ausgeübt:
-5X100 MSFT 150 (wg. -C 150 aus dem IC)
=> aktuell -315,35 aus der Short-Stock-Position die zu den -51,17 dazukommen.

Gesamtabrechnung Monat November:
+549,93$ (bis 15.11.) Margin: 5000$
+ 28,61$ (bis 29.11.) Margin: 8500$
---------
+572,54$ vereinnahmte Prämien bezogen auf 10.000$ Depot
-147,59$ akt. Market-Value Stock-Positionen
---------
+424,95$

Fazit:
Geht. Aber bei der Mehrzahl der Positionen lag der Restwert ca. 1 Woche vor Verfall bereits bei <20%. Was ja prima wäre.
Nur: Man kommt dann so kurz vor Verfall nicht mehr aus der Position raus. D.h. man muss wirklich auf den Verfall warten. Wenn dann aber in der letzten paar Tagen vor Verfall der Wert nochmal anzieht dann machts Aua. Blöd. Hatte ich so nicht bedacht.
Das Hauptproblem war tatsächlich, dass man so kurz vor Verfall kaum mehr vernünftig reagieren kann.
Am besten wäre es gewesen, eine Position, die sich bis auf ca. 20% abgearbeitet hat gleich zu schließen. Das klappte aber gerade bei den Positionen mit 10 Konktrakten i.d.R. nicht. So war ich tagelang weiterhin direktionalem Risiko ausgesetzt, obwohl mit der Position nix mehrzu holen war.
Dies hatte zur Folge, dass es bei zwei Positionen zur Ausübung kam. Wäre so jetzt auch nicht weiter schlimm, bedarf aber ein Vielfaches der Depotgröße. Bsp: JNJ 10x 100 Shares zu 137 = 137.000$ Rolleyes Ziel ist es aber mit einem Konto zw. 10k und 25k zu handeln.

Gut war hingegen, dass sich der Zeitwert sich tatsächlich sehr schnell abgebaut hat.

Aber das allein hilft nicht viel, wenn sich die Aktie in den letzten 3 Tagen vor Verfall entscheidet nochmal einen Move irgendwo hin zu machen Rolleyes

Ventura

(03.12.2019, 07:59)StockBayer schrieb: [ -> ]Das Hauptproblem war tatsächlich, dass man so kurz vor Verfall kaum mehr vernünftig reagieren kann.
Am besten wäre es gewesen, eine Position, die sich bis auf ca. 20% abgearbeitet hat gleich zu schließen. Das klappte aber gerade bei den Positionen mit 10 Konktrakten i.d.R. nicht. So war ich tagelang weiterhin direktionalem Risiko ausgesetzt, obwohl mit der Position nix mehrzu holen war.
Dies hatte zur Folge, dass es bei zwei Positionen zur Ausübung kam. Wäre so jetzt auch nicht weiter schlimm, bedarf aber ein Vielfaches der Depotgröße. Bsp: JNJ 10x 100 Shares zu 137 = 137.000$ Rolleyes Ziel ist es aber mit einem Konto zw. 10k und 25k zu handeln.

Gut war hingegen, dass sich der Zeitwert sich tatsächlich sehr schnell abgebaut hat.

Aber das allein hilft nicht viel, wenn sich die Aktie in den letzten 3 Tagen vor Verfall entscheidet nochmal einen Move irgendwo hin zu machen Rolleyes


Habe mich gewundert.Die sogenannten Profis warnen alle vor der "Gamma - Woche", da kann sich alles um 180 Grad gegen einen drehen.
Prediger wie Falde u.a. sind 20 Tage vor Verfall draußen.
(03.12.2019, 10:00)Ventura schrieb: [ -> ]Habe mich gewundert.Die sogenannten Profis warnen alle vor der "Gamma - Woche", da kann sich alles um 180 Grad gegen einen drehen.
Prediger wie Falde u.a. sind 20 Tage vor Verfall draußen.

Kann ich verstehen :) Nun hab ich ja eh "nur" Weeklies gehandelt. Denke mal, vor dem großem Verfall ist die Bewegung in den Aktien doch noch um einiges stärker. Dann geht gar nichts mehr.

Ich werde nun auf Laufzeiten von ca. 4 Wochen gehen und schauen, dass ich maximal 1 Woche vor Verfall manuell glattstellen kann.
(03.12.2019, 07:59)StockBayer schrieb: [ -> ]Das Hauptproblem war tatsächlich, dass man so kurz vor Verfall kaum mehr vernünftig reagieren kann.
Am besten wäre es gewesen, eine Position, die sich bis auf ca. 20% abgearbeitet hat gleich zu schließen. Das klappte aber gerade bei den Positionen mit 10 Konktrakten i.d.R. nicht. So war ich tagelang weiterhin direktionalem Risiko ausgesetzt, obwohl mit der Position nix mehrzu holen war.
Dies hatte zur Folge, dass es bei zwei Positionen zur Ausübung kam. Wäre so jetzt auch nicht weiter schlimm, bedarf aber ein Vielfaches der Depotgröße. Bsp: JNJ 10x 100 Shares zu 137 = 137.000$ Rolleyes Ziel ist es aber mit einem Konto zw. 10k und 25k zu handeln.

Gut war hingegen, dass sich der Zeitwert sich tatsächlich sehr schnell abgebaut hat.

Aber das allein hilft nicht viel, wenn sich die Aktie in den letzten 3 Tagen vor Verfall entscheidet nochmal einen Move irgendwo hin zu machen Rolleyes

Ich denke das ist oft das Problem bei Optionsstrategien. Die Renditen sehen besonders schön aus...bezogen auf die margin. Bezieht man die Rendite aber auf den Wert des Original Papiers dann gibt es mickrige Renditen die einem relativ hohen Risiko gegenüber stehen.

Dann noch gepaart mit illiquidem Handel (vergleich mal die Spreads mit dem underlying) kann doppelt weh tun.

Ich hatte mal ein Buch studiert mit sogenannten Alpha-neutralen Optionsstrategien, war gar nicht so schlecht: https://www.amazon.com/Options-Course-Pr...0471249505

Ventura

(03.12.2019, 11:19)cubanpete schrieb: [ -> ]Ich denke das ist oft das Problem bei Optionsstrategien. Die Renditen sehen besonders schön aus...bezogen auf die margin. Bezieht man die Rendite aber auf den Wert des Original Papiers dann gibt es mickrige Renditen die einem relativ hohen Risiko gegenüber stehen.

Dann noch gepaart mit illiquidem Handel (vergleich mal die Spreads mit dem underlying) kann doppelt weh tun.

Ich hatte mal ein Buch studiert mit sogenannten Alpha-neutralen Optionsstrategien, war gar nicht so schlecht: https://www.amazon.com/Options-Course-Pr...0471249505


The Options Course: High Profit & Low Stress Trading Methods (Wiley Trading)

 Low Stress Trading Methods sind immer gut Dunce-cap

Kann man das als Retail Trader umsetzen?
Ich bewege mich ehrlich gesagt nur seitwarts mit meinen Optionen. Alles mühsam. Fast nur Fischfutter.
Kohle mache ich mit meinen Positionen und Futures.
(03.12.2019, 11:36)Ventura schrieb: [ -> ]The Options Course: High Profit & Low Stress Trading Methods (Wiley Trading)

 Low Stress Trading Methods sind immer gut Dunce-cap

Kann man das als Retail Trader umsetzen?
Ich bewege mich ehrlich gesagt nur seitwarts mit meinen Optionen. Alles mühsam. Fast nur Fischfutter.
Kohle mache ich mit meinen Positionen und Futures.

Von den Methoden die ich teilweise ausprobiert habe bleibt mir eigentlich nur folgendes in Erinnerung:

- Eine Alpha Delta-neutrale Strategie funktioniert, verursacht aber viel Handel weil die Anzahl der Optionen ständig ändert.
- Jeder Handel von Optionen ist ein Problem wegen fehlender Liquidität verglichen mit dem Underlying.
- Eine Alpha Delta-neutrale Strategie handelt die Volatilität.
- Es gibt kaum etwas volatileres als die Volatilität.
- Früher konnte man z,B, vor Quartalszahlen damit arbeiten, aber ich denke diese Wiese ist auch schon voll grasender Kühe.

Fazit für mich: ich lass es bleiben. Viel Aufwand, viel Risiko, wenig Ertrag.
(03.12.2019, 11:45)cubanpete schrieb: [ -> ]Von den Methoden die ich teilweise ausprobiert habe bleibt mir eigentlich nur folgendes in Erinnerung:

- Eine Alpha-neutrale Strategie funktioniert, verursacht aber viel Handel weil die Anzahl der Optionen ständig ändert.
- Jeder Handel von Optionen ist ein Problem wegen fehlender Liquidität verglichen mit dem Underlying.
- Eine Alpha-neutrale Strategie handelt die Volatilität.
- Es gibt kaum etwas volatileres als die Volatilität.
- Früher konnte man z,B, vor Quartalszahlen damit arbeiten, aber ich denke diese Wiese ist auch schon voll grasender Kühe.

Fazit für mich: ich lass es bleiben. Viel Aufwand, viel Risiko, wenig Ertrag.

Danke für den Buch-Tipp. Die Einleitung und das Inhaltsverzeichnis liest sich vielversprechend.
Alpha-neutral? Du meinst wohl Delta-Neutral, oder?

Ich denke, man darf nicht alle Strategien pauschal über einen Kamm scheren. Optionen sind extrem flexibel, man kann seine Position ja jedweder Marktmeinung nach anpassen. Ich denke, das wichtigste ist, einen "Edge" zu haben. Sonst braucht man weder das Underlying, noch Optionen zu handeln. Das fehlt mir aktuell noch. Ich probiere einfach aktuell viel aus, vielleicht hilft mir das bei der Suche nach einen Edge, den ich ausnutzen kann.
(03.12.2019, 12:32)StockBayer schrieb: [ -> ]Danke für den Buch-Tipp. Die Einleitung und das Inhaltsverzeichnis liest sich vielversprechend.
Alpha-neutral? Du meinst wohl Delta-Neutral, oder?

Ich denke, man darf nicht alle Strategien pauschal über einen Kamm scheren. Optionen sind extrem flexibel, man kann seine Position ja jedweder Marktmeinung nach anpassen. Ich denke, das wichtigste ist, einen "Edge" zu haben. Sonst braucht man weder das Underlying, noch Optionen zu handeln. Das fehlt mir aktuell noch. Ich probiere einfach aktuell viel aus, vielleicht hilft mir das bei der Suche nach einen Edge, den ich ausnutzen kann.

Immer diese Griechen, natürlich meinte ich Delta-neutral, habs korrigiert. Eine solche Strategie reagiert nicht auf Marktbewegungen sondern nur auf Aenderungen in der Volatilität. Diese Aenderungen hingegen verursachen Veränderungen in der Anzahl der benötigten Optionen um wieder Delta-neutral zu werden, also relativ viel Handel. Das wurde glaube ich im Buch recht gut erklärt, ist schon eine Weile her bei mir...
(03.12.2019, 12:49)cubanpete schrieb: [ -> ]Immer diese Griechen, natürlich meinte ich Delta-neutral, habs korrigiert. Eine solche Strategie reagiert nicht auf Marktbewegungen sondern nur auf Aenderungen in der Volatilität. Diese Aenderungen hingegen verursachen Veränderungen in der Anzahl der benötigten Optionen um wieder Delta-neutral zu werden, also relativ viel Handel. Das wurde glaube ich im Buch recht gut erklärt, ist schon eine Weile her bei mir...

Ich habe bisher gelernt, dass man im Optionshandel immer ein Risiko ("Grieche"), das man ausschalten möchte, mit einem anderen Risiko bezahlen muss. Das gilt es dann in den Griff bekommen. Klar hätten für mich als Anfänger so marktneutrale Strategien seinen Charme: Einmal aufgesetzt (sh. Iron Condor) und man braucht sich nicht mehr drum kümmern. Das stimmt aber natürlich nicht. Der Teufel steckt in den Griechen und deren Abhängigkeiten (hier Vola und Zeitwertverfall) Irony

Aber es gibt ja auch noch andere Strategien, als diese delta-neutrale Strategien.
Will mir alles mal anschauen und versuchen, daraus Erkenntnisse zu gewinnen.

Ich denke z.B. dass ich relativ gut darin bin, abzuschätzen wohin ein Wert gehen wird, aber leider nicht wann dies geschehen wird. So sind dann also Long Calls und Long Puts nichts für mich, weil ich da zu stark dem Thetarisiko ausgesetzt bin. Die Zeit arbeitet hier gegen mich, obwohl ich mit meiner generellen Marktmeinung vielleicht so gar richtig lag. Da sind Verticals wohl besser, allerdings gibts halt auch hier Nachteile...

Das ist schon mal eine Erkenntnis die ich gewonnen hab Tup
Jetzt muss ich einfach weiter nachdenken, welche Optionen bzw. welche Griechen ich brauche und wie ich diese einsetze...
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